In Bensheim wurde kürzlich das erste Mieterstromprojekt mit Einliegerwohnungen erfolgreich realisiert – ein Gemeinschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit der BürgerSolarBeratung (BSB). Während bis einschließlich 2024 hauptsächlich Eigentümer von Einfamilienhäusern das Beratungsangebot nutzten, interessieren sich seit Anfang 2025 zunehmend auch Besitzer kleinerer Mehrfamilienhäuser mit Einliegerwohnung für Photovoltaikanlagen.
🔍 Mehrfamilienhäuser rücken in den Fokus
Gerade für Vermieter, die selbst im Haus wohnen, bietet eine Solaranlage auf dem Dach wirtschaftliche Vorteile. Dank des höheren Stromverbrauchs im gesamten Gebäude amortisieren sich die Investitionen oft bereits nach zehn bis vierzehn Jahren. Damit eröffnet sich ein vielversprechendes Feld für die bürgerschaftlich getragene Energiewende. Die BürgerSolarBeratung begleitet Eigentümer und Mieter gleichermaßen dabei, von den finanziellen Vorteilen zu profitieren – sowohl durch reduzierte Stromkosten als auch durch eine Aufwertung der Mietobjekte.
Je nach Gegebenheiten gibt es unterschiedliche technische Umsetzungsmodelle. Diese reichen von verpachteten Dachflächen über klassische Volleinspeisung bis hin zu Eigenverbrauchslösungen mit Stromweitergabe an die Mietparteien. Modelle wie echter Mieterstrom oder gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) mit Smart-Metering sind für kleine Objekte meist nicht wirtschaftlich umsetzbar.
💡 Vorteile für Vermieter und Mieter
Ein besonders einfaches Modell ist das sogenannte Einzählermodell: Hier bezieht der Vermieter den gesamten Reststrom und liefert den Mietern eine Mischung aus Solar- und Netzstrom. Jede Mietpartei erhält dabei einen eigenen Zähler – die monatlichen Grundgebühren an den Netzbetreiber entfallen.
🔧 Flexibel umsetzbar – je nach Bedarf
In Bensheim wurde nun erstmals ein weiteres Modell mit Unterstützung der BSB umgesetzt: Der Vermieter speist überschüssigen Solarstrom in die Mieterstromkreise ein, ohne den Netzstrom für die Mieter zentral zu beschaffen. Die Mieter behalten ihren jeweiligen Stromversorger, den eigenen Zähler und zahlen weiterhin die Grundgebühr. Diese Lösung verursacht nur geringe Zusatzkosten, bietet jedoch große Flexibilität für alle Beteiligten.
🕒 Jetzt handeln – Förderung sichern
Wer sich für das Thema interessiert und sich ehrenamtlich beraten lassen möchte, findet weitere Informationen auf www.bsb-bergstrasse.de. Christian Koch von der BSB rät: „Da aktuell diskutiert wird, die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen in Deutschland zu verändern oder abzuschaffen, empfiehlt es sich, die derzeit geltenden Regelungen zeitnah zu nutzen.“
📅 Nächster Infotreff
Eine gute Gelegenheit für den persönlichen Austausch bietet zudem der monatliche Infotreff der BSB: Jeden dritten Montag im Monat, ab 19 Uhr im Café-Restaurant MaBs in der Bensheimer Innenstadt – der nächste Termin ist der 19. Januar.